Wie macht man eine eigene Seife?

Seife selber machen – Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Lesedauer 4 Minuten

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und DIY-Trends immer mehr an Bedeutung gewinnen, erlebt auch das Seifensieden ein echtes Comeback. Selbstgemachte Seife ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch ein kreatives und lohnendes Hobby. Du bestimmst selbst, welche Zutaten verwendet werden, kannst auf künstliche Zusatzstoffe verzichten und die Seife individuell an deine Hautbedürfnisse oder Vorlieben anpassen – ob mit pflegenden Ölen, ätherischen Düften oder bunten Farben.

In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Seife ganz einfach zu Hause herstellen kannst. Dabei gehen wir auf die Grundlagen, Materialien, Sicherheitsvorkehrungen und ein bewährtes Basisrezept ein – ideal für Einsteiger.

Grundlagen: Was brauchst du zum Seifemachen?

Bevor du loslegst, solltest du dich mit den Grundzutaten und dem Ablauf vertraut machen. Beim klassischen Seifensieden – auch Kaltverseifung genannt – entsteht Seife durch eine chemische Reaktion zwischen Fett (z. B. Öl) und Natriumhydroxid (NaOH), auch Ätznatron genannt. Diese Reaktion heißt Verseifung.

Die wichtigsten Zutaten:

  • Pflanzliche Öle und Fette: z. B. Olivenöl, Kokosöl, Rizinusöl, Sheabutter
  • Natriumhydroxid (NaOH): für die Reaktion notwendig (in Apotheken oder Online-Shops erhältlich)
  • Destilliertes Wasser: keine Leitungswasser verwenden!
  • Ätherische Öle: für den Duft (optional)
  • Farben: z. B. Tonerden, Naturpigmente oder Seifenfarben (optional)

Benötigte Ausrüstung:

  • Schutzbrille und Handschuhe
  • Edelstahl- oder hitzebeständiger Plastikbehälter zum Anrühren der Lauge
  • Rührstab (Pürierstab aus Edelstahl oder Kunststoff)
  • Küchenwaage (genaues Wiegen ist Pflicht!)
  • hitzebeständiger Topf oder Schüssel für die Öle
  • Silikonformen oder Holzform mit Backpapier

Wichtig: Alle Utensilien, die mit der Lauge in Kontakt kommen, sollten nicht mehr für Lebensmittel verwendet werden!

Sicherheit geht vor

Beim Arbeiten mit Natriumhydroxid ist Vorsicht geboten. Die Lauge kann Haut, Augen und Atemwege reizen – daher sind Schutzmaßnahmen unerlässlich:

  • Trage immer Schutzbrille und Handschuhe.
  • Arbeite in einem gut belüfteten Raum oder draußen.
  • Gib das NaOH immer ins Wasser – niemals umgekehrt! Sonst kann es zu gefährlichen Spritzern kommen.
  • Halte Kinder und Haustiere fern.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So geht’s

1. Rezept vorbereiten

Nutze einen Seifenrechner (z. B. online unter „Seifenrechner.net“), um die genauen Mengen von Ölen, Lauge und Wasser zu berechnen. Du gibst deine gewünschten Öle ein, den Überfettungsgrad (meist 5–8 %) und erhältst die benötigte NaOH-Menge.

Beispielrezept für 500 g Seife:

  • 250 g Olivenöl
  • 150 g Kokosöl
  • 50 g Rizinusöl
  • 50 g Sheabutter
  • 66 g NaOH (je nach Seifenrechner!)
  • 160 g destilliertes Wasser

2. Lauge anrühren

Zieh Schutzkleidung an. Gieße das destillierte Wasser in ein hitzebeständiges Gefäß. Dann gib langsam das abgewogene NaOH-Pulver hinzu und rühre vorsichtig. Die Mischung erhitzt sich stark – stelle sie anschließend zum Abkühlen beiseite (ideal: 30–40 °C).

Lauge vorbereiten

3. Öle schmelzen

Wiege deine festen und flüssigen Öle ab. Erhitze die festen Fette (z. B. Kokosöl, Sheabutter) langsam im Topf, bis sie geschmolzen sind. Dann gib die flüssigen Öle dazu und rühre alles gut durch. Lass die Ölmischung ebenfalls auf 30–40 °C abkühlen.

4. Lauge und Öle vereinen

Wenn Lauge und Öle ungefähr die gleiche Temperatur haben, gieße die Lauge langsam in die Öle. Rühre zunächst mit einem Löffel, dann nutze den Pürierstab. Nach wenigen Minuten entsteht eine puddingartige Masse – das nennt man Seifenleim.

5. Duft und Farbe hinzufügen (optional)

Sobald der Seifenleim andickt, kannst du:

  • ein paar Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel, Orange) hinzufügen
  • mit Tonerde oder Seifenfarben einfärben

Rühre zügig aber gleichmäßig, bevor die Masse zu fest wird.

6. Seife in Form geben

Fülle den Seifenleim in deine vorbereitete Form. Glätte die Oberfläche, klopfe die Form leicht auf den Tisch, um Luftblasen zu entfernen. Decke die Form mit Frischhaltefolie oder einem Handtuch ab, damit sie langsam aushärtet.

7. Ruhe- und Reifezeit

Lass die Seife 24 bis 48 Stunden in der Form, dann kannst du sie ausformen und in Stücke schneiden. Jetzt beginnt die Reifezeit: Die Seife sollte 4–6 Wochen an einem trockenen, luftigen Ort ruhen. In dieser Zeit reift sie aus, wird milder und härter.

Tipps für Anfänger

  • Starte mit kleinen Mengen zum Üben.
  • Notiere dir jedes Rezept, um bei guten Ergebnissen nachproduzieren zu können.
  • Verwende keine stark wasserhaltigen Zusätze wie frisches Obst oder Milch beim ersten Versuch.
  • Sei geduldig: Gute Seife braucht Zeit.

Seife verschenken oder verkaufen

Selbstgemachte Seifen sind wunderbare, persönliche Geschenke. Mit etwas hübscher Verpackung (Papierbanderole, Stoffrest, Etikett) werden sie zum echten Hingucker. Wenn du Seifen verkaufen willst, beachte allerdings: In Deutschland gilt sie als Kosmetikprodukt – du brauchst also eine Sicherheitsbewertung und musst die Rezeptur melden.

Fazit: Seife selber machen ist einfach, kreativ und lohnenswert

Seife selbst herzustellen ist mehr als ein DIY-Trend – es ist ein bewusster Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit, Kreativität und Qualität. Du entscheidest, was in deine Seife kommt, und kannst dich bei Düften, Farben und Formen richtig austoben. Mit ein wenig Übung und Geduld gelingen dir schnell tolle Ergebnisse, auf die du stolz sein kannst – ob zum Eigengebrauch oder als liebevolles Geschenk.

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Redaktion

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